Die Thri-kreen
Die Thri-kreen gehören zu den ältesten bekannten Völkern Ariduns. Heute begegnet man ihnen in nahezu allen Teilen des Landes – jedoch kaum jemals als freie Wesen. Seit unzähligen Generationen werden sie überall in Aridun als Sklaven gehalten. Sie bestellen Felder, errichten Bauwerke, arbeiten in Steinbrüchen, bedienen Karawanen und verrichten zahllose andere Arbeiten, die ihnen von ihren Herren auferlegt werden. Besonders in den Gebieten der Menschen prägen sie das Bild des Alltags, wo ganze Kolonnen von Thri-kreen die Felder rund um Mons Vitalis bewirtschaften und den Wohlstand der Stadt mit ihrer Arbeit sichern.
Wie es dazu kam, weiß jedoch niemand mit Sicherheit.
Alte Geschichten erzählen, dass die Thri-kreen einst weit mehr waren als ein unterworfenes Volk. Manche behaupten, sie hätten lange vor den heutigen Reichen ein mächtiges Reich besessen, dessen Städte für ihre Architektur, ihre Kunstfertigkeit und ihre außergewöhnliche Organisation berühmt gewesen seien. Andere halten diese Erzählungen für bloße Legenden, die im Laufe der Jahrhunderte immer weiter ausgeschmückt wurden.
Fest steht nur, dass es Ruinen gibt, die eindeutig den Thri-kreen zugeschrieben werden und von einer Vergangenheit zeugen, die weit größer gewesen sein muss als ihre heutige Stellung vermuten lässt.
Warum dieses Reich verschwand, weshalb die Thri-kreen ihre Freiheit verloren oder wer sie letztlich unterwarf, ist bis heute ungeklärt. Die wenigen erhaltenen Aufzeichnungen widersprechen sich, und manche Gelehrte vermuten sogar, dass Teile ihrer Geschichte absichtlich ausgelöscht wurden.
Für die meisten Bewohner Ariduns ist dies jedoch kaum mehr als eine Randnotiz der Geschichte. Seit Generationen kennt man die Thri-kreen nur als Eigentum anderer Völker. Nur wenige halten inne und fragen sich, wie ein Volk, dem einst ganze Städte zugeschrieben werden, zu einem Dasein gelangte, in dem Freiheit kaum mehr als eine vergessene Erinnerung ist.
