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Shavik – Der Schädlingsjäger

Der Shavik ist eines der beliebtesten Haustiere Ariduns. Das etwa katzengroße Tier mit seinen übergroßen Ohren und den schützenden Chitinplatten auf dem Rücken wird in nahezu allen Reichen gehalten. Ursprünglich stammt er aus den trockenen Randgebieten der zentralen Wüste, wo er sich auf die Jagd nach Skorpionen, Sandflöhen, Parasiten und anderen kleinen, oftmals giftigen Wüstentieren spezialisiert hat.

Sein außergewöhnlich geringer Wasserbedarf macht ihn zu einem idealen Begleiter für das Leben in Aridun. Zwar trinkt ein Shavik, wenn sich die Gelegenheit bietet, doch den Großteil seines Flüssigkeitsbedarfs deckt er über seine Nahrung. Die Körperflüssigkeiten seiner Beutetiere reichen ihm meist vollständig aus, weshalb selbst längere Trockenperioden für ihn kaum ein Problem darstellen.

Trotz seiner Beliebtheit eignet sich der Shavik jedoch nur bedingt als Begleiter auf langen Reisen. Die Tiere sind ausgesprochen territorial und bauen eine starke Bindung an ihr Revier auf. Ein Shavik kennt jeden Geruch, jedes Versteck und jede Bewegung seiner gewohnten Umgebung. Muss er dieses Revier verlassen, reagiert er häufig mit Unruhe, Appetitlosigkeit und einem deutlich nachlassenden Jagdtrieb. Viele Tiere leiden sichtbar darunter, ihre vertraute Umgebung über längere Zeit verlassen zu müssen.

Aus diesem Grund findet man Shavik deutlich häufiger in Städten, Dörfern, Gehöften oder festen Lagern als auf Karawanen. Zwar gibt es immer wieder einzelne Tiere, die gemeinsam mit ihren Besitzern auf Reisen gehen und sich erstaunlich gut an ein Leben unterwegs anpassen, doch gelten sie als seltene Ausnahmen. Unter Karawanenführern heißt es deshalb oft: *„Man nimmt keinen Shavik mit auf Reisen. Man reist nur mit einem, wenn er sich dafür entscheidet.“*

Shavik sind ausgeprägte Nachtjäger. Tagsüber schlafen sie bevorzugt eingerollt im Schatten von Zelten, auf Mauervorsprüngen, Gepäck oder dicht bei ihren Besitzern. Erst nach Sonnenuntergang werden sie aktiv und beginnen nahezu lautlos ihre Streifzüge. Ihre großen Ohren sind dabei ihr wichtigstes Jagdwerkzeug. Selbst das kleinste Kratzen eines Skorpions unter dem Sand oder die feinen Bewegungen eines Sandflohs entgehen ihnen nur selten. Unterstützt wird dieses außergewöhnliche Gehör von einem hervorragenden Geruchssinn, mit dem sie Beute selbst unter dünnen Sandschichten aufspüren können. Ihr Sehvermögen ist zwar gut, spielt bei der Jagd jedoch nur eine untergeordnete Rolle.

Trotz ihres ausgeprägten Jagdinstinkts gelten Shavik als äußerst anhänglich und verspielt. Sie suchen häufig die Nähe ihrer Bezugsperson, schlafen gerne eingerollt auf deren Schoß oder Schultern und folgen vertrauten Menschen oft auf Schritt und Tritt. Viele Besitzer berichten, dass ihr Shavik regelmäßig kleine Beutetiere vor der Schlafstätte oder dem Hauseingang ablegt – ein Verhalten, das vermutlich ursprünglich dem Füttern des Nachwuchses diente. Für Fremde mag dieser Anblick wenig erfreulich sein, in Aridun gilt er jedoch als Zeichen tiefen Vertrauens.

Die schützenden Rückenplatten dienen nicht nur der Verteidigung gegen Bisse und Stiche ihrer Beute. Rollt sich ein Shavik zusammen, bilden die Platten einen nahezu geschlossenen Panzer, während Bauch, Kopf und Pfoten verborgen bleiben. Dieses Verhalten zeigt das Tier jedoch fast ausschließlich beim Schlafen oder wenn es sich vollkommen sicher fühlt – für viele Bewohner Ariduns einer der vertrautesten und zugleich friedlichsten Anblicke des Alltags.

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