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Eeron Vaelanen

Eeron Vaelanen ist das heutige Oberhaupt des Hauses der Wurzeln und damit der weltliche Anführer der Elfenreiche. Mit beinahe fünfhundert Jahren zählt er zu den ältesten und erfahrensten Persönlichkeiten seines Volkes. Sein Haar ist von einem warmen Braunton, durchzogen von grauen Strähnen, die von den Jahrhunderten zeugen, die er bereits erlebt hat. Auf den ersten Blick wirkt er zurückhaltend und beinahe unscheinbar. Er spricht selten laut, hört oft länger zu als andere und zieht es vor, Menschen und Situationen zunächst zu beobachten. Viele Fremde unterschätzen ihn deshalb bei ihrer ersten Begegnung.

Wer ihn jedoch länger kennt, weiß, dass hinter seiner ruhigen Erscheinung ein scharfer Verstand und ein unbeugsamer Wille stehen. Eeron gilt als geduldiger Vermittler und weiser Herrscher, der Entscheidungen niemals überstürzt trifft. Gleichzeitig erzählen sich selbst erfahrene Diplomaten Geschichten über jene seltenen Augenblicke, in denen seine Geduld endet. Mehr als einmal soll er mit überraschender Härte gegen jene vorgegangen sein, die den Elfenreichen schaden wollten. Manche behaupten sogar, hinter einigen Unglücken und politischen Niederlagen elfischer Feinde habe seine Hand gestanden. Beweise dafür gibt es keine. Dennoch hält sich bis heute das Gerücht, dass Eeron Vaelanen zwar langsam vergibt, aber niemals vergisst.

Die Geschichte seiner Familie reicht weit in die Vergangenheit zurück. Lange bevor Aarniva gegründet wurde und lange bevor die Elfenreiche eine gemeinsame Führung besaßen, waren die Vaelanen keine Herrscher, sondern Wegfinder, Boten und Vermittler. Sie bereisten die Länder zwischen den frühen elfischen Gemeinschaften, kannten die sicheren Pfade und hielten den Kontakt zwischen weit voneinander entfernten Siedlungen aufrecht. Alte Geschichten erzählen sogar von einer Zeit, in der Aridun noch mehr Wasser besessen haben soll als heute. Ob diese Berichte wahr sind, vermag niemand zu sagen. Doch viele Legenden berichten davon, dass die Vorfahren der Vaelanen zu jenen gehörten, die die verstreuten Elfen in den schweren Jahren der Trockenheit zusammenführten.

Als das Wasser knapper wurde und immer mehr Gemeinschaften um ihr Überleben fürchten mussten, sollen die Vaelanen die verschiedenen Stämme und Siedlungen vereint haben. Gemeinsam mit den Gelehrten, Gärtnern und Bewahrern jener Zeit legten sie die Grundlagen für die ersten Haine und entwickelten die Methoden, die von den Elfen bis heute genutzt werden. Ob jede Einzelheit dieser Geschichten der Wahrheit entspricht, weiß niemand. Sicher ist jedoch, dass die Familie Vaelanen bereits die Aufgaben eines Herrschers erfüllte, lange bevor es überhaupt einen Herrschertitel gab.

Mit der Zeit wurden sie zu den natürlichen Vermittlern zwischen den Hainen, Städten und Gemeinschaften ihres Volkes. Nicht weil sie die stärksten waren oder die größte Macht besaßen, sondern weil sie stets das taten, was von einem Anführer erwartet wurde. Als schließlich das Haus der Wurzeln entstand, fiel die Wahl beinahe selbstverständlich auf die Vaelanen.

Bis heute orientiert sich das Haus an einer alten elfischen Weisheit:

„Die Krone trägt den Himmel. Die Wurzeln tragen den Baum.“

Für die Elfen bedeutet dies, dass sichtbare Größe wenig wert ist, wenn niemand das Fundament zusammenhält. Genau darin sehen viele die eigentliche Aufgabe Eeron Vaelanens. Er soll nicht glänzen, nicht erobern und nicht herrschen wie die Fürsten anderer Reiche. Seine Aufgabe besteht darin, die Gemeinschaften seines Volkes miteinander zu verbinden und das Gleichgewicht zu bewahren, auf dem die Zukunft der Elfen ruht.

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