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„Was für ein Dreck!“ schnaubte der hünenhafte Mann vor dem klapprigen Stand eines ebenso klapprigen Herren. Cheri wusste zwar nicht, was an dem Obst dort so „dreckig“ sein sollte, für Ihn war das Obst des Alten mit das beste der Stadt, doch eines wusste er – Dieser Hüne würde nicht lange weiterleben. Schon eine ganze Weile beobachtete Cheri den Typen, der sich laufend über die Qualität der Waren an den Ständen echauffierte, oder sie für „unter seiner Würde“ befand. Derartige Gestalten waren Ihm allzu bekannt. Denn genau diese Typen waren die perfekte Beute. Reich genug, sich über die Waren der Unterschicht aufzuregen, aber nicht einflussreich genug, um großartige Fragen aufzuwerfen, wenn sie plötzlich verschwanden. Meistens kamen diese Menschen aus Mons Vitalis, dem Prunkstück des Landes, dem dieser verdorbene Ort wie der Furunkel am Hintern eines fettleibigen Großhändlers entsprang. Die Gründe für den Ortswechsel waren so vielfältig wie sie idiotisch waren. Manche suchten hier Ihr Glück, weil sie in der Hauptstadt kein weiteres finden konnten, manche flohen vor dem Gesetz, ihrer eigenen Vergangenheit oder dem erdrückenden Gefühl der Macht, das von den Reges Aquae auf alle Bewohner von dort niederpresste. Was keiner von diesen Möchtegern-Oberschichtlern verstand, war, dass man in Porta Montis nichts dergleichen fand und auch nicht vor irgendetwas fliehen konnte. Im Gegenteil – so schlimm es in Mons Vitalis auch für diese Personen gewesen sein mag – hier würde es unweigerlich und mit absoluter Sicherheit noch schlimmer. Cheri wusste, dass er nicht mehr viel Geduld aufbringen musste. Der Hüne würde es bald satt haben, sich über den Marktplatz zu plärren und ein ruhigeres Plätzchen aufsuchen, wo er seinem Verdruss abseits des „Pöbelgestanks“ nachgehen konnte. Vielleicht bei einem Schluck der bestimmt ebenso „dreckigen“ Plörre, die hier als Bier verkauft wurde. Dann würden sie zuschlagen. In der Zwischenzeit hatte Cheri seine Bande über den ganzen Platz verteilt und mit Handzeichen signalisiert, wo und wann sie zum Angriff übergehen würden. Wobei das inzwischen eigentlich nicht mehr nötig war, jeder wusste, wie es ging und worauf man zu achten hatte. Keine Viertelstunde später bewahrheitete sich Cheris voraussage dann auch und der Idiot verschwand in einer wenig belebten Seitengasse. Das Zeichen kam und 5 mit Messern und Dolchen bewaffnete „Montis-Schleicher“, wie sie sich nannten, folgten der nichtsahnenden Beute. Doch es kam anders. Als die Jungs in der Gasse verschwanden, hörte Cheri kurz darauf Geschrei, nicht von einem einzelnen Mann, sondern von seinen eigenen Gefährten. Er war gerade an der Biegung angekommen und sah nun vorsichtig um die Ecke, wo 3 hochgewachsene Männer seine Schleicher mit Knüppeln nieder prügelten und anschließend mit routiniertem Geschick fesselten. Alle außer Cheri würden jetzt ihr restliches Leben als Sklaven oder schlimmeres dienen. Cheri schlich sich davon. Jetzt würde er von vorne anfangen müssen.

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