Sandgleiter
Sandgleiter sind das wichtigste Fortbewegungs- und Transportmittel Ariduns. In einer Welt ohne Flüsse, ohne Küstenhandel und mit gewaltigen Entfernungen zwischen den Reichen übernehmen sie die Aufgaben von Schiffen, Wagen und Karawanen zugleich. Nahezu jede Handelsroute, jede Wasserlieferung und ein Großteil des Fernverkehrs hängen von ihnen ab.
Ein Sandgleiter bewegt sich mithilfe großer Segel aus Nebelwolle über die Dünen und Ebenen Ariduns. Statt Rädern besitzt er mehrere breite Kufen, die sein Gewicht auf dem feinen Wüstensand verteilen. Durch die beständigen Winde des Kontinents können selbst große Frachten über weite Strecken transportiert werden. In Städten oder auf kurzen Distanzen werden manche Gleiter gelegentlich von Tieren bewegt, doch auf den großen Handelsrouten dominiert der Windantrieb.
Die Größe von Sandgleitern variiert erheblich. Manche bestehen nur aus einer kleinen Plattform für einen einzelnen Reisenden, andere transportieren Wasser, Holz, Erz oder Handelswaren zwischen den großen Reichen. Es existieren Reisegleiter, Kurierfahrzeuge, Handelsgleiter und schwere Frachtschiffe der Wüste. Vereinzelt hört man sogar Geschichten über luxuriöse Reisegleiter, die wohlhabenden Händlern und Adligen gehören sollen.
Der Bau eines Sandgleiters erfordert Materialien aus nahezu allen Teilen Ariduns. Holz aus den Hainen der Elfen bildet häufig die Grundlage der Konstruktion. Die Zwerge liefern Metallbeschläge und Werkzeuge, während Leder, Horn und andere tierische Erzeugnisse aus den Gebieten der Orks stammen. Die Segel selbst bestehen nahezu immer aus Nebelwolle. Aus diesem Grund gilt ein Sandgleiter für viele Bewohner Ariduns als Symbol der gegenseitigen Abhängigkeit der Reiche. Kaum ein Fahrzeug vereint die Arbeit so vieler Völker in sich.
Besonders wichtig sind die sogenannten Gleiterhöfe. Diese Rast- und Handelsstationen finden sich entlang vieler bedeutender Routen. Dort können Besatzungen Reparaturen durchführen lassen, Vorräte ergänzen, Neuigkeiten austauschen oder die Nacht verbringen. Für viele Gleiterfahrer sind sie ebenso wichtig wie die Städte selbst.
Die Navigation erfolgt auf unterschiedlichste Weise. Erfahrene Kapitäne orientieren sich an Sternen, Gebirgen, alten Wegmarkierungen, Karten oder dem Verlauf der Winde. Viele verlassen sich dabei ebenso auf Erfahrung wie auf Hilfsmittel. Manche Handelsrouten werden seit Generationen befahren und sind gut bekannt, während andere durch Wanderdünen und veränderte Landschaften immer wieder neue Herausforderungen bieten.
Das Leben an Bord eines Sandgleiters ist meist einfach und entbehrungsreich. Selbst größere Fahrzeuge verfügen nur über begrenzten Platz. Die Besatzungen sind überraschend klein, oft genügen wenige erfahrene Personen, um einen Gleiter sicher über die Dünen zu führen. Wer dauerhaft auf einem Sandgleiter lebt, tut dies selten aus Bequemlichkeit, sondern weil Handel, Arbeit oder Reisen es erfordern.
Trotz ihrer alltäglichen Bedeutung ranken sich zahlreiche Geschichten um die Sandgleiter Ariduns. Berichtet wird von verlorenen Besatzungen, die in Sandstürmen verschwanden, von verlassenen Wegstationen mitten in den Dünen und von geheimnisvollen Knochengleitern, die angeblich aus den Überresten gewaltiger Kreaturen gebaut wurden. Ob solche Fahrzeuge jemals existierten, weiß niemand mit Sicherheit. Doch an nahezu jedem Gleiterhof findet sich jemand, der schwört, einst einen gesehen zu haben.
Für die meisten Bewohner Ariduns sind Sandgleiter weit mehr als nur Transportmittel. Sie verbinden Städte, Reiche und Völker miteinander und ermöglichen das Überleben in einer Welt, die ohne sie kaum zusammenhalten könnte.
